LECKERBISSEN KERAMIK

In Höhr-Grenzhausen trifft traditionelles Töpfern auf kreative Keramikkünstler und modernste keramische Hightech. Hier kann man Keramik studieren und Salzbrand live erleben. Keramik war, ist und bleibt das prominenteste Alleinstellungsmerkmal von Höhr-Grenzhausen und sucht europa-, wenn nicht weltweit, noch immer seinesgleichen.

Europaweit einzigartig: Der Studiengang Keramik mit Bachelor- und Masterabschluss.

Höhr-Grenzhausen ist übrigens zusammen mit u. a. Delft, Faenza und Limoges Teil der europäischen Keramikstraße Via Ceram.


KUNST? HANDWERK? HIGH-TECH?
Ganz egal in welcher Form: Keramik prägt Höhr-Grenzhausen und Höhr-Grenzhausen beeinflusst die europäische Keramik. Mit Produkten, Ideen und vor allem Menschen, die Keramik lieben und leben. Das fühlt und spürt man. Wo auch immer man in Höhr-Grenzhausen unterwegs ist.

Die Präsenz des keramischen Handwerks bemerken Besuchern gleich bei der Ankunft in Höhr-Grenzhausen. Von der Autobahn kommend fällt der Blick direkt auf die Galerie der Gefäße. „Zwischen Himmel und Erde“ zieren 21 kunstvolle Keramikgefäße den Eingang zur Stadt.

In den zahlreichen Werkstätten und Ateliers werden auch heute noch traditionelle Gebrauchsgegenstände produziert und präsentiert. Das Keramikhandwerk ist jedoch im Laufe der Jahre über die Produktion von grau-blauen Kannen und Krügen hinausgewachsen. Höhr-Grenzhausen steht heute als keramisches Zentrum für eine vielfältige und moderne Kunstszene.

Junge und moderne Künstler haben sich beispielsweise in der Brunnenstrasse im historischen Kern des Stadtteils Grenzhausen angesiedelt. Ihre kreative Arbeit wird jedes Jahr zu den Veranstaltungen „Höhr-Grenzhausen brennt Keramik“ und „Europäischer Keramikmarkt“ für Besucher zugänglich und erlebbar gemacht.

Einen besonderen Zugang zur Herstellung von salzglasiertem Steinzeug erfahren Besucher bei einem traditionellen Salzbrand im Kannenofen. Viele dieser alten Keramiköfen gibt es in Höhr-Grenzhausen nicht mehr, und so werden diese nur noch ganz selten und unter den Augen vieler neugieriger Zuschauer befeuert.

Überall in der Stadt hinterlässt die Keramik ihre Spuren. Im Keramikmuseum werden diese Spuren zusammengeführt und der Übergang von den ersten Keramikfunden über die ursprüngliche Arbeit der Euler und Kannenbäcker hin zum kunstvollen und kreativen Handwerk der heutigen Keramiker veranschaulicht. Einblicke gewährt das Museum auch in die technische Keramik, die in vielen Bereichen des heutigen Lebens Einzug gehalten hat.


VERANSTALTUNGEN RUND UM DIE KERAMIK
Vom Keramikmarkt über „Höhr-Grenzhausen brennt“ bis zu aktuellen Ausstellungen in Museen und Galerien. Hier gibt es immer etwas zu entdecken und zu erleben.

EUROPÄISCHER KERAMIKMARKT.
EINE STADT AUSSER RAND UND BAND.
Jedes Jahr am 1. Juni-Wochenende passiert es einfach: Höhr-Grenzhausen wird für zwei Tage zum Mittelpunkt des europäischen Keramik-Schaffens. Zierkeramik, Gebrauchskeramik, echte Kunst und echter Kitsch. Von der Tonpfeife bis zum salzglasierten Schmuck findet sich für jeden Geschmack das passende Marktstück auf einem der ca. 150 Stände. Die 500m lange Marktzone lockt mit einem attrakiven Rahmenprogramm, Familien- und Kinderangeboten sowie Workshops.
Freier Eintritt. 2000 freie Parkplätze.

HÖHR-GRENZHAUSEN BRENNT…
…und zwar Keramik. Das Keramik-Festival der besonderen Art findet jeden ersten Sonntag im April statt. Schon so mancher Funke der Begeisterung ist übergesprungen, wenn sich KeramikerInnen beim Arbeiten über die Schulter schauen lassen. Rund zwei Dutzend Ateliers und Werkstätten haben an diesem Sonntag geöffnet und freuen sich über interessierte Besucher.
Tipp: Nutzen Sie den kostenlosen „Keramik-Pendel-Bus”
vom innerörtlichen Parkplatz aus.


VIACERAM: HÖHR-GRENZHAUSEN IN DER „EUROPA-LIGA“
GEMEINSAM MIT LIMOGES (F), FAENZA (I), DELFT (NL), SELB (D) UND STROKE-ON-TRENT (GB) IST HÖHR-GRENZHAUSEN TEIL DER EUROPÄISCHEN KERAMIKSTRASSE.
Mehr Informationen dazu finden Sie unter:
www.viaceram.eu


HIER HAT TRADITION NOCH ZUKUNFT.
Das Töpfer-Handwerk fühlte sich in Höhr-Grenzhausen schon immer wohl. Weil hier die bedeutendsten Tonvorkommen Europas und brennstoffliefernde Wälder an einem Ort versammelt sind. Auch wenn heute nur noch ganz selten mit Holz „gestocht” wird: Die Liebe zu Keramik und handwerklicher Kunst lodert weiter.

Das Kannenbäckerland und die Stadt Höhr-Grenzhausen blicken auf eine lange keramische Geschichte zurück. Historische Funde lassen darauf schließen, dass im Westerwald die ersten Tongefäße bereits vor über 2.700 Jahren hergestellt wurden. Begünstigt durch ein hohes natürliches Tonvorkommen in der Region entwickelte sich das Keramikhandwerk über die Jahrhunderte zu einem bedeutungsvollen und florierenden Wirtschaftszweig.

Im Mittelalter wurden in den ersten Töpferöfen Keramikkrüge gebacken, die jedoch noch nicht glasiert wurden. Eine regelmäßige Produktion von Keramikgefäßen setzte erst im 16. und 17. Jahrhundert ein. Der Zuzug von Töpfermeistern aus der Region um Siegburg begünstigte damals die künstlerische Entwicklung des Töpferhandwerks und führte gleichzeitig durch den starken Konkurrenzdruck zur Spezialisierung auf Gebrauchskeramik und Massenware.

Mit der Industrialisierung und der Erschließung der Region durch die Eisenbahn entwickelte sich das Keramikhandwerk im 19. Jahrhundert zum wichtigsten Wirtschaftszweig in Höhr-Grenzhausen. Vor allem Alltagsgegenstände wie Geschirr und Pfeifen, später auch Fliesen wurden in den zahlreichen Werkstätten hergestellt. Brannten mehrere der großen Kannenöfen, verschwand die Stadt in einer dicken Rauchwolke. Nach dem Ersten Weltkrieg erlebte auch das Kunsthandwerk einen erneuten Aufschwung. Ende der 1950er Jahre erlebte die Keramikindustrie eine Krise. Viele Haushaltsprodukte wurden nun aus Kunststoff hergestellt und verdrängten das schwere Steinzeug. In der Folge mussten zahlreiche Keramikbetriebe und Töpferöfen eingestellt werden.

Heute existieren nur noch wenige traditionelle Betriebe. Auch die alten Kannenöfen sind fast gänzlich verschwunden. Durch die zahlreichen keramischen Ausbildungsmöglichkeiten hat sich jedoch eine einzigartige zeitgenössische Künstlerszene entwickelt. Heute gilt Höhr-Grenzhausen als das größte Bildungs- und Forschungszentrum für Keramik in Europa.


EIN REFUGIUM KÜNSTLERISCHER KERAMIK
Sich gegenseitig inspirieren. Mit Gleichgesinnten austauschen. Sein Publikum finden. Es gibt viele gute Gründe, weshalb sich immer wieder Keramiker der kleinen Höhr-Grenzhauser Künstler-Kolonie anschließen und ihr neue Impulse geben.
www.keramik-stadt.de

EIN MUSEUM AUCH FÜR DIE GEGENWART
Das Keramikmuseum Westerwald ist eine der renommiertesten Bühnen für die zeitgenössische Keramik Europas. Gleichzeitig ist es Botschafter für Handwerk und Historie der Kannenbäcker. Ein gut sortierter Museumsshop, Museumscafé und pädagogische Angebote machen den Besuch zum Erlebnis.
www.keramikmuseum.de


KLEINER, ABER FEINER HOCHSCHUL- UND FORSCHUNGS-STANDORT.
Höhr-Grenzhausen ist High-Tech Standort mit Exzellenz in Bildung, Forschung und Innovation. Mit Spezialschulen von der Lehre bis zum Master of Engineering. So befindet sich hier der auf Künstlerische Keramik sowie Werkstofftechnik Glas und Keramik spezialisierte Campus der Hochschule Koblenz als Teil des Bildungs- und Forschungszentrum Keramik BFZK mit seinen zahlreichen Instituten.